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Die Fledermaus

Operette in drei Akten von Johann Strauß

»Eine Aufführung, die man durchaus ungezwungen und unbeschadet ins Heute holte, ansonsten aber an der turbulent ausgespielten Brisanz keinerlei Abstriche machte. Im Gegenteil! Viel Munterkeit, viel Laune, viel Witz« Ostsee-Zeitung

Turbulent servierte Krise der Gesellschaft

Man hat sie als das „Nonplusultra“ der Wiener Operette bezeichnet und das ist sie wohl auch: „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Seit ihrer durchaus nicht ohne einige Vorbehalte aufgenommenen Uraufführung im Jahre 1874 sitzt sie mit ihren „Ohrwürmern“ und elektrisierender Tanzhaftigkeit, den flott-ironischen Dialogen und ansteckender Champagnerlaune fest in den Köpfe und Herzen der nachfolgenden Generationen. Den Reiz, sie in ihrer – zugegeben etwas unscharfen Ambivalenz – auch heute noch immer wieder zu inszenieren, inbegriffen.

Am Theater Vorpommern hat man ihm nachgegeben und vorgestern zunächst in Stralsund eine eigene Sicht präsentiert. Nach gut drei Stunden spendete ein volles Haus dem Team um Kay Link (Inszenierung), Christof von Büren (Bühne und Kostüme) und Generalmusikdirektor Florian Csizmadia reichlich Beifall. Er galt einer Aufführung, die man durchaus ungezwungen und unbeschadet ins Heute holte, ansonsten aber an der turbulent ausgespielten Brisanz des weder individuell noch gesellschaftspolitisch gar nicht so problemlosen Geschehens im Wien jener Zeit (Existenzgefährdender Börsenkrach) keinerlei Abstriche machte. Im Gegenteil! Viel Munterkeit, viel Laune, viel Witz; nicht immer mit wünschenswertem Feinschliff und gelegentlicher Angestrengtheit samt Tendenz zur dann allerdings lustvoll ausgespielten Übertreibung. Die gute, alte Operette. Man muss sie allerdings mögen! In Stralsund mochte man sie; im Saal wie auf der Bühne. Gespielt wurde dort mit kraftvoller, schon mal recht lauter Hingabe und professionellem Geschick sowie Gespür für das sonst leicht überhörbare künstlerische Gewicht speziell des Musikalischen.

Vorpommerns Philharmoniker waren in bester Spiellaune, so präzise wie schwungvoll und inspiriert musizierend und unter dem wieder souveränen GMD Florian Csizmadia starke Partner für serienweise ausgezeichnete sängerische Leistungen. […]

Fazit: Ein gelungener Abend!

Ostsee-Zeitung

Musikalische Leitung:
Regie und Dialogfassung:
Ausstattung:
Dramaturgie:
Gabriel Eisenstein:
Rosalinde Eisenstein:
Frank, Gefängnisdirektor:
Orlofski:
Adele, Hausangestellte:
Dr. Blind, Anwalt:
Bernd Roth
Ida, Adeles Schwester:
Opernchor des Theaters Vorpommern
Philharmonisches Orchester Vorpommern