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A little Night Music

Das Lächeln einer Sommernacht. Musical von Stephen Sondheim nach einem Film von I. Bergman

»Umjubelt, fesselnd, unterhaltsam. Überzeugende Premiere!« Neue Westfälische

»Melancholisch, tiefgründig, komplex – Sondheim begeistert in Bielefeld« Musical1

»Hinreissend« Westdeutscher Rundfunk

»Passgenauer Slapstick, witzige und ironische Dialoge, gesanglich auf hohem Niveau« Westfalen-Blatt

UmjubeltDas Musical "A little Night Music" von Stephen Sondheim feierte in einer Inszenierung von

Kay Link eine überzeugende Premiere im Bielefelder Stadttheater
Wer kriegt wen? Und wenn ja, wie lange? Auf dieses bekannte Musicalthema findet "A little Night Music" am Theater Bielefeld eine fesselnd-unterhaltsame Antwort. Den pointenreich-amüsanten Reigen wechselnder Paarungen unterlegte Stephen Sondheim 1973 mit anspruchsvollen Harmonien im Dreivierteltakt.

Diese Mischung aus Tiefgang und Eingängigkeit ist bei den Bielefelder Philharmonikern unter Dirigent William Ward Murta in den allerbesten Händen: Beschwingt erwärmten sie am Premierenabend die Hörerherzen mit sattem Nostalgiesound und erreichten gleichzeitig mit nuancierter dynamischer Tarierung eine brillierende Klarheit, die dem begeistert lauschenden Publikum das Bühnengeschehen farbstark untermalte.
Hier rang die bekannte Schauspielerin Desiree Armfeldt, mit allürenfreier Souveränität und Menschlichkeit überzeugend verkörpert und gesungen von Melanie Kreuter, mit der jungen Anne Egermann (herzig jungmädchenhaft-flatterig, mit beseelter, in den Höhen dünnerer Stimme: Johanna Spantzel) um deren Gatten Frederik (überzeugend hin und her gerissen in der Midlife-Crisis: Alexander Franzen).
Dessen Sohn Henrik (anrührend als frustrierter Außenseiter, mit tiefgehender Stimmkraft: Tom Schimon) rang mit der Versuchung in Gestalt von Au-Pair-Mädchen Petra (Navina Heyne, die beim Müllersohn-Lied souverän alle Register eines sentimentreich-mitreißenden Musicalsongs zog).
Tobias Licht gab überzeugend den schneidig-machohaften Grafen Malcolm und machte bei "zum Lob der Frauen" auch in Unterhosen stimmlich wie visuell eine gute Figur, Katharina Solzbacher legte seine Gattin Charlotte mit glaubhaften Facetten an. In der Rolle der Madame Armfeldt gab es ein begeisterndes Wiederhören mit Monika Mayer: Von der fürsorglichen Enkelin (mit glaubhaftem Teenie-Charme: Julia Meier) im Bürostuhl umherchauffiert, füllte sie ihre Songs und Texte mit Herzenswärme und profunder Lebenserfahrung.
Mit dem Quintett der "Liebeslieder" sorgten Kay Link (Inszenierung) und Cornelia Brey (Bühnenbild/Kostüme) für skurrile Überraschungen im ideenreich umgesetzten Werk. Meist als Senioren mit Rollatoren und Socken-und-Sandalen kostümiert, tauchten sie unvermittelt als Tableau in einem Winkel der Drehbühne auf, brachen singend durch eine Hecke und durften beim "Weekend auf dem Lande", als putzige Lämmerherde kostümiert, auch mal beschwingt die Beine in die Luft werfen.
Und "Send in the Clowns"? In der ansonsten deutschsprachigen Inszenierung verblieb dieser bekannte Song im englischen Original. Kreuter zelebrierte ihn so nachdenklich-intensiv und neu, als wäre er ihr gerade erst in den Sinn gekommen, auch später im Duett mit Alexander Franzen. Wer selbst erfahren möchte, wer die Clowns sind, kann die "A little Night Music" am live im Theater Bielefeld erleben.
Neue Westfälische

 

Urkomisch

Mal ehrlich: Wer hat sich der Liebe wegen nicht schon einmal zum Narren gemacht? In Stephen Sondheims Musical »A Little Night Music« geschieht dies in allen erdenklichen Spielarten am laufenden Band. Und dennoch wird niemand entblößt. »Es menschelt«, hatte Regisseur Kay Link im Vorfeld seiner Inszenierung am Stadttheater Bielefeld versprochen – und er hat Wort gehalten. Komponist und Librettist Hugh Wheeler werfen in ihrer Musical-Adaption des Ingmar-Bergman-Films »Das Lächeln einer Sommernacht« einen liebevollen, wenn auch urkomischen Blick auf Herzensangelegenheiten, auf die Triebfeder im zwischenmenschlichen Miteinander schlechthin.

Einzig die Alten, die das alles schon hinter sich haben, sind vor Narretei gefeit, können aber immer noch ein Liedchen davon singen. Kay Link schickt den Minnechor dann auch als Rollator-Fraktion auf die Bühne (Frank Bahrenberg, Katharina Schutza, Angelina Arnold, Carlos H. Rivas und Patrizia Margagliotta). Und Madame Armfeldt, auf deren Herrensitz sich in einer Mittsommernacht das Paarkarussell dreht, lässt im Rollstuhl sitzend ihre »Liaisons«, mittels derer sie zu Ansehen und Wohlstand gekommen ist, Revue passieren. Eine Rolle wie für Monika Mayer gemacht. [...] Zusammen mit Fredrika (Julia Meier) bildet sie ein wundervolles Großmutter-Enkelin-Gespann. [...]

Desiree Armfeldt hat zwar Karriere als Schauspielerin gemacht, ihr privates Glück aber noch nicht gefunden (Melanie Kreuter gibt die Abgeklärte, die ihre Gefühle zu verbergen weiß). An Liebhabern mangelt es ihr indes nicht. Aktuell ist es der militärisch-zackige Graf Carl-Magnus Malcolm (Tobias Licht hat als immer bereiter Testosteronbomber die Lacher stets auf seiner Seite), der just auf einen Überraschungsbesuch in die Theatergarderobe hereinschneit, als Fredrik Egerman im Bunny-Kostüm des Nebenbuhlers auf der Zielgeraden ist. Urkomisch, da bleibt kein Auge trocken!

Komik und Abgrund entfalten sich gleichermaßen, wobei das Ensemble mit großer Spielfreude und passgenauem Slapstick die witzigen und ironischen Dialoge heraushaut und gesanglich auf hohem Niveau agiert. Das Gekichere im Publikum lässt selbst in der Pause kaum nach. Gleichwohl gibt es auch Szenen und vor allem Songs, die nachdenklich stimmen. Allen voran die sehnsüchtige Ballade »Send in the clowns«, die von Melanie Kreuter mit viel Emotion zum Besten gegeben wird.

Charakterisiert Bühnen- und Kostümbildnerin Cornelia Brey das Milieu der einzelnen Parteien mitklaren Versatzstücken und Genremustern des Theaters selbst, hat sie für die Mittsommernacht einen labyrinthartigen Lustgarten mit grünen Nischen zum Verstecken, Finden und Wiederfinden kreiert.

Westfalen-Blatt

 

Hinreissend

[...] Schon bald explodieren die Leidenschaften, und es kommt zu hinreißenden Missverständnissen.[...]

Ein tolles, sympathisches Ensemble bringt "A little night music" in Bielefeld mit viel Schwung und Feingefühl auf die Bühne. Melanie Kreuter zeigt als Schauspielerin Desiree Starqualitäten und viel Gefühl, aber auch Katharina Solzbacher als Gräfin und Johanna Spantzel als junge, unerfahrene Gattin sorgen für viel Frauenpower. Jede Rolle ist bei aller Schrägheit glaubwürdig. Dieses Musical bietet Unterhaltung mit Tiefgang.[...] Die Figuren haben Charaktertiefe, die leiden richtig, das ist also nicht nur einfach Späßchen. Und das spürt man auch in der Musik. [...] Beim Weekend auf dem Lande – da geht einem einfach nur das Herz auf.

Stefan Keim, WDR4

 

Melancholisch, tiefgründig und komplex – Sondheim begeistert in Bielefeld
Das Stadttheater Bielefeld zeigt Sondheims "A LITTLE NIGHT MUSIC" (Das Lächeln einer Sommernacht) in deutscher Fassung. Bei der Premiere am Samstag zeigte sich das Publikum schlussendlich begeistert, wie langanhaltender Applaus belegt. Das Ensemble in der Inszenierung von Kay Link war famos.
Kay Links Inszenierung ist äußerst freizügig [...]. Die Darsteller meistern ihren Part hervorragend. [...]

Wenn auch in der Pause und nach der Vorstellung viel diskutiert wurde: „A LITTLE NIGHT MUSIC“ im Stadttheater Bielefeld ist nicht nur Unterhaltung, sondern stellt auch einen Anspruch ans Publikum dar – Sondheim bleibt nunmal Sondheim.

Musical1

 

„A Little Night Music“ rasant inszeniert
Umjubelte Musicalpremiere in Bielefeld

Wenn das nicht einen Riesenerfolg verspricht: einen, wie ihn Ingmar Bergman mit seinem Film „Sommarnattens leende“ 1955 erlebte, auf dem Stephen Sondheims Musical „A Little Night Music“ (1973) basiert und das am Wochenende in einer umjubelten Premiere am Bielefelder Theater gefeiert wurde. Kay Link (Inszenierung) ist eine rasante und ziemlich treffende Satire auf Liebesleid und Liebeslust gelungen.

Das Leben ist ein Theater und jeder spielt so gut er kann. Wechselt die Partner und sucht sein Glück. Intrigen, Fremdgehen – alles scheint erlaubt. Kurzweilig, amüsant und ach so menschlich. Und das im Dreivierteltakt eines Walzers, den Komponist Sondheim bevorzugt einsetzte. Drehte sich auch noch die Bühne, da konnten die rasch aufeinander folgenden 32 Szenen einen ein Schwindel versetzen (Ausstattung Cornelia Brey). […] Großartig sind die Schauspieler. […]

In einer Melange aus Sprache und Musik, Reminiszenzen an die Operette ist die Macht der Frauen unübersehbar. […]

Wie nah war das alles am wirklichen Leben. Wer wagte da nicht gar einen Blick auf sich selbst – irgendwo zwischen Beziehungskomödie, Reality-Show und Melodram? Alles nicht so ernst. So manche Lacher rief besonders der agile, skurrile fünfköpfige Renternerchor hervor, der sich als vielseitiger Kommentator zeigte. […]

Ein grandioser Abend für alle, die noch an die Liebe glauben.

Tageszeitung Die Glocke

 

Schwedische Schwermut mit Augenzwinkern

Kay Link inszeniert die Geschichte absolut temporeich mit schnellen Szenenwechseln und arbeitet auch die komische Seite, die unter der scheinbaren Schwermut des Stückes vor allem in den Dialogen liegt, mit einer geschickten Personenregie heraus. So bezeichnet er das Quintett, das in der Art eines griechischen Chors die Geschichte kommentiert, als "Liebeslieders" und lässt sie als Seniorengruppe mit Rollatoren im Prolog in der Erinnerung von alten Zeiten träumen. Die Frage "Remember?", die bereits in der Eröffnungsnummer aufkommt, beinhaltet zwar eine gewisse Melancholie, die durch das komische Spiel der fünf Solisten allerdings immer wieder gebrochen wird. [...]

Auch dem Ende nimmt Link die leise Melancholie, indem er Madame Armfeldt nicht wirklich sterben lässt. Sie täuscht ihren Tod nur vor, um ihrer Enkelin einen Schrecken einzujagen. Das Ensemble setzt jedenfalls Links Einfälle überzeugend um. [...]

FAZIT: Das Theater Bielefeld unternimmt einen weiteren gelungenen Versuch, den auf deutschen Bühnen immer noch etwas vernachlässigten Stephen Sondheim mehr im Repertoire zu etablieren.

Online Musik Magazin

 

Großartig

Das Mu­si­cal „A LITTLE NIGHT MU­SIC“ von Ste­phen Sond­heim, das sich der The­ma­tik des Film „­Som­mar­nat­tens leen­de“ (Das Lächeln ei­ner Som­mer­nacht) an­nahm, fei­erte seine großar­tige Pre­miere im Stadt­thea­ter Bie­le­feld. Die Dar­stel­ler, al­len voran Alex­an­der Fran­zen als Fredrik Eger­mann, spie­len die­ses nicht ganz ein­fa­che Stück mit ei­ner un­sag­ba­ren Be­geis­te­rung vol­lem Ein­satz. [...] Und auch nicht zu ver­ges­sen: die Schafe am Ende des 1. Akt!

Schaumburger Wochenblatt
 

Gekonnt

„A Little Night Music“ besticht durch seine skurrilen Charaktere und deren zunächst undurchsichtigen Beziehungen zueinander gepaart mit einer Menge freizügiger, sexueller Anspielungen. Im ersten Akt legt Regisseur Kay Link in 90 Minuten gekonnt das Fundament für die ausufernde Gartenparty im zweiten Teil. [...] Die Inszenierung [glänzt] durch witzige Einfälle wie tanzende Schafe vor einem Werbeplakat „Komm aufs Land“, wenn beide Familien mit Pappmaschee-Automobilen anreisen, eingeblendeten Videoanimationen zum Seelenleben eines frustrierten Ehemanns oder wenn sich Fredrik im „See“ ertränken will, der nur ein aufblasbares Kinder-Plastikschwimmbecken ist. [...]. Dieser in deutschen Theatern selten gespielte Sondheim-Klassiker ist eine Reise nach Bielefeld wert. Und wenn Sie wie Fredrika verpasst haben, wie die Sommernacht dreimal gelächelt hat, werden Sie feststellen, dass Sie selber beim Schlussapplaus vielleicht immer noch schmunzeln…

Musical World

 

Amüsanter Abend mit guten Schauspielern

[...] Zwei sehr schöne Ideen: Bei Frederiks Lied „Jetzt“, wie und ob er verführen soll, ob nackt oder doch nur halbnackt, direkt oder indirekt, erscheint eine große Sprechblase über ihm, die ihm schriftlich alle Möglichkeiten darstellt. Ebenfalls gut gelöst: Die Garderobe und Hinterbühne von Desirée – so hebt man einfach diverse Züge der Kulissen hoch, damit das Publikum freie Sicht auf die hintere, nackte Bühne hat. [...]

Wundervoll naiv und süß spielt Johanna Spantzel die Anne Egerman, es macht wirklich Spaß, ihr zu zuschauen. Ebenfalls auffällig gut ist Tom Schimon als Henrik Egerman, der besonders in den ersten Szenen seiner Figur etwas Mysteriöses gibt, was neugierig darauf macht, was hinter Henrik steckt. Sehr gut gelungen sein Lied mit Cello „Später“.

Just Musicals

HIER geht's zum Trailer und einigen filmischen Ausschnitten aus der Inszenierung.

Stefan Keims Rezension auf WDR4 können Sie HIER nachhören.

Musikalische Leitung:
Regie:
Ausstattung:
Cornelia Brey
Choreografie:
Desiree Armfeldt:
Fredrik Egerman:
Ann Egerman:
Henrik Egerman:
Madame Armfeldt:
Monika Mayer
Fredrika Armfeldt:
Carl-Magnus Malcolm:
Charlotte Malcolm:
Ben Linquist:
Katharina Schutza
Teri Nordstrom:
Frank Bahrenberg
Barbara Anderson:
Gene Erlangson:
Carlos H. Rivas
Beth Segstrom:
Patricia Margagliotta
Mit den Bielefelder Symphonikern